Heizwert von Brennholz – Kostenvergleich

Lohnt es sich eigentlich überhaupt noch, selbst Brennholz zu machen? Anlässlich meiner letzten Gasrechnung und dem derzeitigen Preis, den ich für am Wegesrand liegendes Stammholz bezahlen muss, und dem Preis den man beim Baumarkt oder Holzhandel für ofenfertiges Scheitholz zahlt, habe ich mal angefangen zu rechnen.

Heizwert – Vergleich Brennholz und Gas

Nach den einschlägigen Tabellen entspricht der Heizwert von einem Raummeter Buchen/Eichenholz etwa 211 m³ Stadtgas. Für diese Menge habe ich im letzten Jahr 196.- Euro bezahlt.

Dem stehen die Kosten für einen Raummeter Buchen/Eichenholz von 50 .- Euro gegenüber. Der Vergleich läuft also auf einen deutlichen Preisvorteil zugunsten des Brennholzes hinaus ? Nun ganz so einfach ist die Geschichte dann doch nicht. Der Heizwert von Holz und Gas kann nicht einfach miteinander verglichen werden, weil die beiden Brennstoffe schließlich in ganz verschiedenen Heiz- bzw Ofensystemen eingesetzt werden. Die verschiedenen Heizsysteme haben schließlich auch verschiedene Wirkungsgrade. Der Wirkungsgrad eines offenen Kamins als Wärmequelle beträgt schließlich nur schlappe 40 % wogegen eine moderne Brennwerttherme theoretisch sogar einen Wirkungsgrad von 109 % zuwege bringt.

Um mit dem Kamin den gleichen Heizwert wie mit der Gastherme zu erzielen, muss ich also 69 % mehr Holz einsetzen, habe also auch 69 % Mehrkosten und bin dann bei rund 85.- Euro Kosten für das Holz angelangt.

In meinem Fall sieht die Rechnung dann allerdings doch etwas günstiger aus, denn mein sibirischer Grundofen hat einen Wirkungsgrad von gut 85 %  und ich muss deshalb mit ca. 25 Prozent mehr Holzeinsatz und damit auch 25 % mehr Kosten rechnen. Damit wäre ich bei 62,50 Euro reinen Holzkosten angelangt. Man kann aber an diesen beiden Beispielen erkennen, dass der Heizwert nicht unbedingt eine vergleichbare Größe ist. Soweit die Theorie. Wie sieht es aber in der Praxis aus?

Meine beiden Wohnetagen haben je 60 m². Das Erdgeschoß wird ausschließlich mit dem Grundofen geheizt. Die vorhandene Heizung wird nur selten, bei mehr als einem Tag Abwesenheit eingeschaltet.

Für die zweite Etage und die Warmwasserbereitung  habe ich insgesamt 700 m³ Gas zum Preis von 650 Euro verbraucht. nach der theoretischen Heizwertberechnung  hätte ich ohne Berücksichtigung der Wirkungsgradunterschiede von rund 25 % dann  3,31 rm Holz zum Preis von 165 Euro brauchen dürfen. Bei 25 % mehr Holz also 4,2 rm wären das dann 206,25 Euro gewesen. Immer noch weniger als ein Drittel der Gaskosten.

Tatsächlich habe ich dann aber 6 Raummeter Brennholz benötigt und dafür 300.- Euro bezahlt. Aber auch dieses Ergebnis kann nicht im Verhältniss 1 : 1 miteinander verglichen werden. Obwohl die Wohnflächen identisch sind, tut sich der Grundofen im Erdgeschoß über einer ungedämmten Kellerdecke natürlich schwerer, den erwünschten Heizwert zu erzielen. Andererseits erleichert er über die aufsteigende Wärme durch die Holzbalkendecke in die 2 Etage der dort arbeitenden Zentralheizung doch schon die Arbeit beträchtlich. Die Gaskosten wären ohne die Grundofenunterstützung sicher um einiges höher. Außerdem muss man berücksichtigen, dass auch das Warmwasser von der Gasheizung bereitet wird.

Was den Komfort anbelangt herschen halt im Erdgeschoß ab 11.00 Uhr nach dem Anheizen wohlige 23 Grad, die auch über Nacht durch die gigantische Speicherfähigkeit des 3,5 Tonnen schweren Grundofens lediglich auf 21 Grad absinken. Da kann eine Gastherme halt nicht mithalten.

Mein Fazit, ich werde weiter mit Holz heizen ! Selbst wenn ich zu den Holzkosten noch sehr großzügige 100 Euro für Maschinenabschreibung Benzin und Öl  für Transport und Motorsäge hinzurechne hab ich immer noch 250 Euro gespart und Spaß macht das Brennholzmachen allemal, Heizwert hin und Heizwert her.

Sicher, mittlerweile wird ofenfertiges Scheitholz für ca. 100 Euro angeboten. Sehr oft sind mit „einem Meter Holz“ aber Schüttraummeter gemeint. die zwar in einer 1 mal 1 mal 1 Meter Gitterbox angeliefert werden, nach dem ordentlichen Aufschichten dann aber nur ca. 0,65 Raummeter sind. Also aufpassen. Hier noch mal die Faustformel: Einem Fest- oder Kubikmeter (reines Holz ohne Zwischenräume) entsprechen lediglich 0,6 bis 0,7 Raummeter und lediglich 0,4 bis 0,5 Schüttraummeter. Andersrum ausdedrückt, man muss 1,5 SRM kaufen um die Gegenmenge von einem im Wald geschlagenen Raummeter zu erhalten. So können dann leicht mal 150 Euro für die Menge Holz verlangt werden, die man im Wald für 50 Euro kriegt. Auf meinen Fall mit 6 RM Holz/Jahr bezogen wäre dann das Gas deutlich billiger gekommen.

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Heizmethode im Grundofen

Heizmethode
Holz im Kreuzverband aufschichten
Brennraum bis oben hin auffüllen

Nachdem der Winter in den letzten Tagen zurückgekehrt ist hatte ich nochmal Gelegenheit bei sehr ähnlichen Witterungsverhältnissen Anheiz- und Speicherverhalten des Ofens mit verschiedenen Bestückungsmengen Heizmethode und Holzarten zu testen.

Die beste Heizmethode ist das Vollschichten

Wie bereits erwähnt hat der Brennraum eine Kapazität von ca. 18 – 20 Kilogramm Holz bei Vollbeschickung. Momentan verheize ich gerade den Einschlag von 2007. Das Holz hat eine Restfeuchte von 15-17 %. Die Scheite sind ca. 32 cm lang und recht grob gespalten. Kreuzweise geschichtet passen dann 3 Lagen plus das Anfeuerholz in den Brennraum also 9-10 Scheite. Das Anfeuerverhalten ist stark von der Auskühlung des Ofens abhängig. wenn ich die Luftklappen der Feuerungstür konsequent nach erlöschen der letzten Flammen bei roter Durchglut schließe, sind 24 Stunden nach Heizbeginn oft noch rote Glutnester in der Asche.

Meist habe ich um 14 Uhr den ersten und meist auch einzigen Abbrand gestartet. Die Temperatur der Ofenfläche ist dann noch lauwarm, die Raumtemperatur beträgt dann 21-21.7 Grad. Unter diesen Umständen verläuft das Anfeuern sehr schnell und problemlos. Hatte ich dagegen vergessen die Luftklappen zu schließen und der Ofen ist ausgekühlt, dauert der ganze Vorgang dann doch etwas länger, verläuft aber trotzdem noch ungleich viel günstiger, als beim Anfeuern nach meiner alten Indianerfeuermethode. “Heizmethode im Grundofen” weiterlesen

Heizen, Holzfüllung des Grundofens

Zugegeben, anfangs habe ich mich noch schwer getan mit dem Heizen des Grundofens. Wie vom normalen Feuer her gewohnt, kam unten ein großer Kneuel Zeitungspapier rein. Darüber dann zeltförmig aufgestellt ca. 10 Stücke Anfeuerholz und darüber fürs erste 2 bis 3 Scheite Hartholz.

Der Schornstein mit ca. 13 Metern Höhe und einem Innenmaß von 25 mal 25 Zentimeter bot eigentlich ideale Voraussetzungen für einen guten Zug. Trotzdem musste ich lange mit der Öffnungsdauer der Brennraumtür, dem Öffnungswinkel und der Einstellung der Luftschlitze in der Brennraumtür experimentieren. Gelegentlich war dann schon mal das ganze Wohnzimmer verqualmt wenn ich wieder mal die Brennraumtür zu schnell geöffnet hatte. Der Kamin hat dann in der Anfangszeit auch ziemlich lange geraucht,  bis das Feuer richtig durchgebrannt war.

Vom Zeitpunkt des Anheizens an (um die Mittagszeit) rum, musste der Ofen nach dieser Methode ständig nachgeheizt werden. Wir haben dann immer wieder 2 bis 3 Scheite bis zum Heizende gegen 22.00 Uhr nachgelegt. Die physikalischen Gesetztmäßigkeiten  (Temperatur der Ofenmasse, Wärmeaufnahmefähigkeit, Speicherfähigkeit, Wärmeabgabe) waren mir nicht hinreichend klar. Ich hab halt geheizt wie ich das von Muttern her mit dem Holzherd in der Küche gewohnt war. “Heizen, Holzfüllung des Grundofens” weiterlesen

Wirkungsweise des Grundofens

Grundofen (1)
Das Funktionsprinzip

Durch die unkomplizierte Konstruktion des Grundofens / Kachelofens,  verlassen die Rauchgase ja die Brennkammer durch zwei Rauchgasöffnungen an der beiden hinteren Ecken der Brennkammer direkt unter der Brennkammerdecke in etwa 1,2 Meter Höhe.  Durch die Zugverhältnisse im Kachelofen strömt ein Großteil der heißeren Gase nach unten wird dort verwirbelt und verläßt den Ofen an der Unterseite in den Kamin. Ein kleinerer Teil umströmt direkt den über der Brennkammer befindlichen Backofen und verläßt schlußendlich den Ofen ebenfalls durch die Kaminöffnung.

Im Backofen / Warmhaltefach werden Temperaturen von ca. 160 Grad erreicht, was zum Brotbacken allemal ausreicht.

Die Rauchgase haben beim Überströmen in den Kamin nur noch etwa 200 Grad. Die Differenzwärme wurde sowohl an die Schamotteziegel von Brennkammer und Backofen,  als auch an die aus Vollziegel und Verputz bestehende Außenwand des Grundofens abgegeben.

Nach erfolgter Aufheizung geben dann ca. 5 Quadratmeter Außenfläche des Grundofens die gespeicherte Wärme direkt an das ca. 32 Quadratmeter große Wohnzimmer ab.

Dabei findet natürlich durch die in der Vorderfront befindliche Brennraumtür eine wesentlich höhere Wärmeabgabe statt. “Wirkungsweise des Grundofens” weiterlesen

Grundofenbau Teil 2 – Unterschied zum Kaminofen

Unterschiede zu einem Kaminofen aus dem Baumarkt

Die Beschreibung des Funktionsprinzips des Grundofens ohne Feuerrost und kaminseitigem Anschluß auf dem Boden des Ofens unter der Brennkammer machte klar, dass das kein schneller Ofen werden würde. Der Schwerpunkt lag eindeutig auf einer hohen Speicherfähigkeit der halt dadurch eine trägen Regelbarkeit gegenüber stand. Insofern kann man den Grundofen überhaupt nicht mit den Eigenschaften eines vergleichsweise leichten und mobilen Kaminofens vergleichen.

Das traf sich aber absolut mit unseren durch den Berufsalltag bestimmten Anforderungen. Der Ofen sollte in den Nachmittagsstunden so ab 15 Uhr angeheizt und dann bis maximal 22 Uhr betrieben werden. Die Wärme dann bis zum nächsten Anheizen, also mindesten 14-16 Stunden anhalten.

Die Speicherfähigkeit erhöhte sich in unserem Fall noch ganz wesentlich dadurch, dass der Ofen mit der linken Seite direkt an den Kamin und mit der Rückseite an die fast 40 cm starke Mitteltragwand des Erdgeschosses praktisch angemauert wurde.

Diese Wand trennt das Wohnzimmer von Diele, Küche und Esszimmer und heizt daher diese Räume mit. Das Temperaturgefälle von direkt beheiztem Wohnzimmer welches an kalten Wintertagen Abends durchaus 23 Grad und mehr aufweisst zu Küche, Diele und Esszimmer mit ca. 20 Grad, kommt unseren Wohlfühlgewohnheiten sehr entgegen. Alles dies konnten wir uns zur Planungs und Bauzeit natürlich nur wünschen. Eine genaue Beschreibung der zu erwartenden Heizleistung und -Wirkung war in der Bauanleitung nicht enthalten. “Grundofenbau Teil 2 – Unterschied zum Kaminofen” weiterlesen

Grundofenbau Anschluß am Kamin

Der offene Kamin hat sich überhaupt nicht bewärt. Ein Grundofen muss her.

Als wir 1978 eine sehr altes renovierungsbedürftiges Haus gekauft haben, hat sich nach der Grundsanierung sehr rasch der Wunsch nach einer, die neue Gaszentralheizung unterstützenden Holzheizung eingestellt.

Zunächst habe ich in Eigenarbeit einen offenen Kamin im Wohnzimmer im Erdgeschoß aufgebaut. Schamotteeinsatz gekauft, an der mittleren Tragwand an einen der insgesamt im Haus vorhanden 2 Kamine aufgebaut und angeschlossen. Den Heizeinsatz habe ich mit groben Porphyrsteinen aus dem Steinbruch verkleidet.  Alles sah prima aus. Die Stimmung am knisternden Kaminfeuer ohne Glastür war richtig schön.  Trotzdem habe ich das Ding nach dem ersten Winter wieder abgerissen und rausgeschmissen.  Die Heizwirkung war einfach zu schlecht. Vor dem Kamin gabs vorne Hitze und hinten nen kalten Hintern.

 Wie schon gesagt, das Haus mußte von Grund auf saniert werden. Dazu gehörte auch eine vernünftige Gas-Zentralheizung. Nach einer Beratung auf einer Baumesse, habe ich mich entschlossen, einen kompletten Bausatz, inklusive Überwachung des Selbstbaus und der Schlußabnahme durch einen Sanitärfachmann, zu kaufen. “Grundofenbau Anschluß am Kamin” weiterlesen